Patientenverfügung (auswählbare Bausteine)* Seite 1 von 2
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger!
Wir möchten Sie in Ihrem eigenen Interesse darüber informieren, wie wichtig es ist, für Ihr weiteres Leben vorzusorgen. Dazu gehört es auch, sich Gedanken über das Verfassen einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung zu machen. Jeden Bürger können unerwartet Schicksalsschläge ereilen, Krankheiten oder Unfälle, die kritische Lebenssitu-
ationen nach sich ziehen.
Wichtig ist es, rechtzeitig selbst zu bestimmen, was in dieser Situation mit mir geschieht. Mit einer Vorsorgevollmacht kann ich eine Person meines Vertrauens bevollmächtigen für mich zu sprechen, wichtige Dinge für mich zu regeln, wenn ich das nicht mehr allein kann. Wir haben Ihnen zu diesem Zweck ein Muster einer Vorsorgevollmacht vorbereitet, welches Sie auf Ihre speziellen Wünsche und Befindlichkeiten anpassen können und sollten, im günstigsten Fall in Zusammenarbeit mit einem Notar.
Alle Vollmachten und Verfügungen sind auch in handschriftlicher Form gültig.
Bei schriftlichen Patientenverfügungen gibt es eine große Vielzahl verschiedener Muster, weil dafür sehr unterschiedliche konzeptionelle Überlegungen und auch sehr verschiedene weltanschauliche und religiöse Überzeugungen zugrunde liegen können. Die vom Bundesministerium der Justiz eingesetzte Arbeits-gruppe "Patientenautonomie am Lebensende" empfiehlt zur Entscheidungshilfe bei der Formulierung einer schriftlichen Patientenverfügung Textbausteine zu nutzen. Nur dann kann ich die von mir wirklich gewollte Patientenverfügung zusammenstellen. Wir wollen Ihnen deshalb einen Überblick vom Aufbau einer schriftlichen Patientenverfügung geben.
Textbausteine
1. Eingangsformel
Ich...(Name, Vorname, geboren am, wohnhaft in)
bestimme hiermit für den Fall, dass ich meinen
Willen nicht mehr bilden oder verständlich äußern
kann...
2. Exemplarische Situation, für die diese
Verfügung gelten soll
Wenn ich
• mich aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befinde...
• mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich
verlaufenden Krankheit befinde, selbst wenn der
Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist...
• infolge einer Gehirnschädigung meine Fähigkeit,
Einsichten zu gewinnen, Entscheidungen zu
treffen und mit anderen Menschen in Kontakt zu
treten, nach Einschätzung zweier erfahrener
Ärztinnen oder Ärzte (können namentlich benannt werden)
aller Wahrscheinlichkeit nach unwiederbringlich erloschen ist,
selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist.
Dies gilt für die direkte Gehirnschädigung z.B. durch Unfall, Schlaganfall oder Entzündung ebenso wie
für indirekte Gehirnschädigung z.B. nach Wiederbe-
lebung, Schock oder Lungenversagen. Es
ist mir bewusst, dass in solchen Situationen die
Fähigkeit zu Empfindungen erhalten sein kann
und dass ein Auf-
wachen aus diesem Zustand
nicht ganz sicher auszu-
schließen, aber eher unwahrscheinlich ist.
• infolge eines weit fortgeschrittenen Hirnabbaupro-
zesses (z.B. bei Demenzerkrankung) auch mit
ausdauernder Hilfestellung nicht mehr in der Lage bin, Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche
Weise zu mir zu nehmen.
• Eigene Beschreibung der Anwendungssituation
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(Anmerkung: Es sollten nur Situationen beschrieben werden, die mit einer Einwilligungsfähigkeit einhergehen können.)
3. Festlegung zu Einleitung, Umfang oder Be-
endigung bestimmter ärztlicher Maßnahmen
Lebenserhaltende Maßnahmen
in den oben beschriebenen Situationen wünsche ich,
• dass alles medizinisch Mögliche getan wird, um mich
am Leben zu erhalten und meine Beschwerden zu lindern.
• auch fremde Gewebe und Organe zu erhalten,
wenn dadurch mein Leben verlängert werden könnte.
oder
• dass alle lebenserhaltenden MaÄnahmen unter-
lassen werden. Hunger und Durst sollen auf na-
türliche Weise gestillt werden, gegebenenfalls
mit Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Ich wünsche fachgerechte Pflege von
Mund- und Schleimhäuten sowie menschenwürdige Unter-bringung, Zuwendung, Kärperpflege
und das Lindern von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Unruhe und anderer belastender
Symptome.
Schmerz- und Symptombehandlung
In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich,
• dass eine künstliche Ernährung begonnen oder
weitergeführt wird.
oder
• dass keine künstliche Ernährung unabhüngig von der
Form der künstlichen Zufßhrung der
Nahrung (z.B. Magensonde durch Mund, Nase oder Bauchdecke, venöse Zugänge) erfolgen.